Nur einmal in Thüringen: Sondervorführung „The Love Europe Project“ / Europäischer Kurzfilmabend in Jena

Eine Gruppe junger Regisseurinnen und Regisseure hat sich zusammengetan, um in Kurzfilmen ihre Liebe zu Europa zu erklären. Dabei ist diese Liebe nicht unkritisch, Missstände werden nicht unter den Teppich gekehrt. Im "The Love Europe Project" (2018) sind neun dieser Filme zusammengefasst. Im Monat der Wahl zum Europäischen Parlament soll damit ein Zeichen gesetzt werden. Der so entstandene Episodenfilm erzählt neun Geschichten, die so unterschiedlich und vielfältig sind, wie der Kontinent selbst.

Nach der Premiere des Films in Berlin vergangene Woche, gibt es nun die einmalige Gelegenheit diesen Film in Thüringen zu sehen, dank der Schirmherrschaft der Europaabgeordneten Dr. Babette Winter (SPD), die durch ihren persönlichen langjährigen Kontakt zu der bekannten Produzentin Gabriele Sperl (u.a. "Tannbach") die Vorführung ermöglicht.

Der Film wird am Mittwoch den 15. Mai um 19:30 Uhr im Hörsaal 2 der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Carl-Zeiss-Str. 3) gezeigt.

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Der Eintritt ist frei.

Der Film wird im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

„The Love Europe Project“ begibt sich auf einen Road Trip und gewährt Einblicke in die verschiedensten Lebensgeschichten und Alltagssituationen von Europäern. Da ist der Junge aus Deutschland, der Außengrenzen nur aus dem Geschichtsunterricht kennt und im Nachbarland Tschechien lernt, dass man auch ohne Worte kommunizieren kann. Da ist der alte polnische Mann, der am liebsten mit niemandem reden würde und schon gar nicht über Europa, bis er realisieren muss, dass er auf die Hilfe von anderen angewiesen ist. Aber auch Geschichten vom Rande Europas werden erzählt, wie die eines jungen Afghanen in Griechenland, für den Europa Sehnsuchtsort und Heimatlosigkeit in einem ist. Jeder Film fängt die kleinen Eigenheiten verschiedener Länder ein, ohne Klischees zu bedienen und stellt so Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten heraus, die die Vielfalt Europas wiederspiegeln. Auf die Frage, was genau Europa ausmacht, lässt sich keine absolute Antwort finden. Denn am Ende besteht Europa vor allem aus den Beziehungen von Menschen unterschiedlicher Herkunft zueinander und der Menschlichkeit, die sie alle verbindet.

  

Hintergund / Die Filme im Einzelnen:
„Babylon“, Regie: Sebastian Stern, Deutschland/Tschechien
Dass es nicht immer großer Worte bedarf, beweist die Freundschaft eines deutschen Jungen und eines tschechischen Mädchens. An der erst seit kurzem geöffneten Landesgrenze lernen sie sich kennen und verstehen sich sofort – ganz anders, als die Erwachsenen um sie herum.

„Ein Teil der Welt“, Regie: Alex Schaad, Deutschland/Kasachstan
Als ein russischer Großvater seine Familie in Deutschland besucht, treffen zwei verschiedene Welten aufeinander. Über die kulturellen Grenzen hinweg versucht er, eine emotionale Verbundenheit zu seinem Enkel aufzubauen.

„Paired Up“, Regie: Charlotte Regan, Großbritannien
Ein deutsches Mädchen mit Kopftuch hatte eine Gruppe englischer Jugendlicher beim Schüleraustausch nicht erwartet. Ihre Ablehnung lassen sie das Mädchen spüren – doch sie weiß sich zu wehren.

„Like A Bird“, Regie: Michaela Kezele, Kroatien
Während eine Tochter davon träumt frei wie ein Vogel zu sein, muss ihre Mutter als Näherin in einer Fabrik unter einem despotischen Chef leiden. Bis zu dem Moment, als sie beschließt sich das nicht länger gefallen zu lassen.

„Der alte Mann und der Eimer“, Regie: Tomasz Emil Rudzi, Polen
Einem alten polnischen Mann widerstrebt der europäische Multi-Kulti-Lebensstil, den sein Nachbar, ein Transvestit, repräsentiert. Doch eine Notlage zwingt ihn dazu, seine Einstellung zu überdenken.

„Fleeing in Europe“, Regie: Aline Fischer, Frankreich
In Paris will eine Künstlerin einen libanesischen Filmemacher, der Kriegs-Dokumentationen dreht, malen. Aus dieser intimen Begegnung erwachsen Gefühle, die beide überwältigen.

„Fun Factory“, Regie: Lisa Brooke Hansen und Even Hafnor, Norwegen
Ein norwegisches Ehepaar meint es nur gut, als es sich in eine Diskussion muslimischer Mütter mit einer Kassiererin über den tatsächlichen Bacon Gehalt von Bacon Chips einmischt. Doch die brauchen am Ende viel weniger Hilfe als das Ehepaar selbst.

„The Entrance“, Regie: Laura Bispuri, Italien
Der Hintereingang eines wohlhabenden italienischen Stadthauses ist den Bediensteten vorbehalten. Als eine Putzfrau das in Frage stellt, zieht das weitreichende Diskussionen nach sich.

„Cedar Wolf“, Regie: Sofia Georgovassili, Griechenland
Ein aus Afghanistan geflohener Junge findet in einer Tischlerwerkstatt in Athen nicht nur eine Anstellung, sondern auch ein Gefühl von Heimat, das er bereits verloren geglaubt hat.

Babette Winter